Startseite / Katalog / Politik + Kultur / PROKLA / PROKLA 204: Vergessenes Land?

»Das Land« ist seit einiger Zeit wieder »in«. Es gilt als Rückgrat einer nachhaltigen Entwicklung und angesichts der Covid-19-Pandemie als vermeintlich sicherer Ort . Andererseits wird mit dem ländlichen Raum »Abgehängtsein« verbunden, wodurch – so heißt es – rechte Parteien überdurchschnittlich viele Stimmen gewinnen konnten. Natürlich stehen Stadt und Land in einem Wechselverhältnis zueinander und sind nicht scharf voneinander abzugrenzen; trotzdem kann man davon sprechen, dass ländliche Räume eine spezifische Transformation erleben: durch demografische Veränderungen aufgrund von selektiver Zu- und Abwanderung, durch den grundlegenden Wandel von Agrarmärkten und den Relevanzverlust des primären Sektors, durch Wegfall und Neuentstehung ländlicher Infrastrukturen und durch die – mit all dem einhergehende – Erosion bislang prägender Netzwerke und Sozialstrukturen. Diese Transformationen sind nicht konfliktfrei: Dafür stehen Stichworte wie landgrabbing, Proteste gegen neue Energieinfrastrukturen oder Schulschließungen, zwischen »Alteingessenen« und »Zugezogenen« gespaltene Dörfer oder die mediale Stigmatisierung ganzer Regionen als »verödet«. Eine gesellschaftliche Linke wie auch die kritische Wissenschaft sind in diesen Konflikten bislang kaum präsent – Zeit, das zu ändern.

Leseproben

Autor*innen

Die PROKLA wird herausgegeben von der »Vereinigung zur Kritik der politischen Ökonomie e.V.«, die jährlich in ihrer Vollversammlung die Redaktion der Zeitschrift wählt. Redaktion (Stand Januar 2021): Martin Beckmann, Jakob Graf, Tobias Haas, Inga Jensen, ­Dorothea Schmidt, Etienne Schneider, Mariana Schütt, Sandra Sieron, Jenny Simon, Ingo Stützle (geschäftsführend, presserechtlich verantwortlich), Felix Syrovatka, Markus Wissen. Redaktionsbeirat: Alex Demirović, ­Michael Heinrich, Martin ­Kronauer, Stephan Lessenich, Margit Mayer, Urs Müller-Plantenberg, Thomas ­Sablowski, Christoph... [mehr]