Adultismus

Die Macht der Erwachsenen über die Kinder
Kritische Einführungen 4
460 Seiten, 15 Fotos
Paperback, Fadenheftung, 12,5 x 19,5 cm
Aktualisierte Neuauflage
ISBN: 978-3-86505-783-9
Erscheinungstermin: 1. August 2001

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Rassismus und Sexismus sind als Herrschaftsverhältnisse und Formen der Diskriminierung ebenso allgegenwärtig wie (formal) geächtet. Adultismus – die Macht der Erwachsenen über die Kinder – hingegen wird kaum thematisiert. Gleichwohl durchdringt er das Familienleben, das Bildungswesen, die Raumgestaltung, die Rechtssysteme und den politischen Diskurs. Er wirkt sich negativ auf junge Menschen aus, aber auch den Erwachsenen bringt er nicht nur Vorteile. Adultismus ist in fast allen Gesellschaften so alltäglich, dass er selten als Problem wahrgenommen wird und unhinterfragt an die nächste Generation weitergegeben wird. Auch in den Wissenschaften ist er bisher kaum untersucht worden.

Die Autoren liefern eine gründliche, leicht zugängliche Einführung in die theoretischen Grundlagen des Adultismus und schildern dessen praktische Auswirkungen. Anhand zahlreicher Beispiele und Forschungsergebnisse analysieren sie ihn als systemische Form der Diskriminierung und untersuchen, wie er sich entwickelt hat und durch Sprache, Institutionen und alltägliche Praktiken reproduziert wird.

Dieses Buch beschreibt nicht nur den Status quo, sondern bietet eine Vision für Widerstand und Transformation. Es skizziert, wie Adultismus – sowohl von Erwachsenen als auch von jungen Menschen – in Frage gestellt werden kann (und schon wird), um im Privaten und Beruflichen wie im Politischen gemeinsam eine gerechtere Zukunft zu gestalten.

Das Buch, das nun in dritter Auflage erscheint, wurde umfassend aktualisiert und überarbeitet.

Manfred Liebel hat sich, seit er vor mehr als 50 Jahren das Buch »Schülerselbstbefreiung« veröffentlichte, mit dem ungleichen Machtverhältnis zwischen erwachsenen und jungen Menschen auseinandergesetzt. Als langjähriger Professor für Soziologie an der TU Berlin widmete er sich vornehmlich der Kindheits- und Jugendforschung. Angeregt durch seine Erfahrungen in der »Educación Popular« mit Kindern und Jugendlichen in Lateinamerika gab er den Anstoß zur Gründung des Masterstudiengangs »Childhood Studies and Children’s Rights« und war bis in die jüngste Zeit dessen Leiter, zunächst an der FU Berlin, dann an der FH Potsdam. Er hat den Verein ProNATs – zur Unterstützung arbeitender Kinder mitgegründet und ist stellvertretender Vorsitzender des Beirats der National Coalition zur Umsetzung der UN-Kinderrechte in Deutschland.

Philip Meade fragt sich seit der Schule, wie Adultismus funktioniert, auch wenn er freilich das Wort damals nie in den Mund nahm. Nachdem er feststellte, dass seine Sozialpädagogik-Ausbildung und Erfahrungen als Schulsozialarbeiter hierfür nicht ausreichten, studierte er Kinderrechte. Unter anderem hat er langjährig als Kinderrechts-Beauftragter in der Berliner Jugendhilfe und als Dozent im Masterstudiengang »Childhood Studies and Children’s Rights« gearbeitet. Er hat den Verein ProNATs – zur Unterstützung arbeitender Kinder mitgegründet und ist Mitglied im Beirat der National Coalition zur Umsetzung der UN-Kinderrechte in Deutschland.