Der Rechtsruck

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Markus Metz / Georg Seeßlen
Der Rechtsruck
Skizzen zu einer Theorie des politischen Kulturwandels
240 Seiten
Paperback, 12,5 x 19,5 cm
Artikelnummer 978-3-86505-747-1
Erschienen im April 2018

Ein Gespenst geht um in Europa und anderen Ländern des einstmals so goldenen Westens, das Gespenst des Rechtspopulismus. Und wie es so geht mit Gespenstern: Es nährt sich von der Furcht, es wirkt durch grausige Effekte, und oft genug steckt hinter dem gespenstischen Spuk noch etwas anderes als die ewige Wiederkehr des Totgesagten. Der scheinbar unaufhaltsame Weg von den repräsentativen Demokratien zu totalitären, populistischen und neu-nationalistischen Regimes hat Ursachen, Medien, Sprachen, psychologische, ökonomische und kulturelle Wirkkräfte, die erst durch die gegenseitige Verstärkung solch einen phänomenalen Sog erzeugen.
Es gibt nicht den einen und alles erklärenden Grund für den größten politischen Rückschritt der letzten Jahrzehnte, der von Trump zu Orbán, von der AfD zu den Neofaschisten, von der Neuen Rechten zu den populistischen Parolen gegen »Establishment« und »Lügenpresse« reicht. Vielmehr erleben wir ein unübersichtliches, oft sogar widersprüchliches Durcheinander von Symptomen und Krankheiten einer Demokratie, die ihre besten Tage, wie es scheint, hinter sich hat.
Aber allen diesen Erscheinungen des Rechtsrucks sind zwei Eigenschaften gemeinsam: Sie sind nicht geheimnisvoll, und sie sind nicht schicksalhaft. Sie sind vielleicht immun gegen einen vernünftigen Dialog – gegen Erkenntnis und Analyse dagegen nicht. Zu verstehen, was da eigentlich vor sich geht, ist die erste Waffe der demokratischen Zivilgesellschaft im Kampf gegen den Rechtsruck und die Wiederkehr von Nationalismus, Rassismus und Faschismus. Das beste Mittel gegen Gespenster ist, ihnen furchtlos, aufrecht und mit genauem Blick entgegenzutreten.

Leseproben

Die Autoren

  • Markus Metz, geboren 1958, Studium der Publizistik, Politik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin, arbeitet als freier Journalist und Autor vorwiegend für den Hörfunk. Lebt in München. Jüngste Buchveröffentlichungen (zusammen mit Georg Seeßlen): »Kapitalistischer (Sur)realismus. Neoliberalismus als Ästhetik«; »Freiheit und Kontrolle. Die Geschichte des nicht zu Ende befreiten Sklaven«; »Hass und Hoffnung. Deutschland, Europa und die Flüchtlinge«.
  • Georg Seeßlen, geboren 1948, Publizist. Texte über Film, Kultur und Politik für Die Zeit, der Freitag, Der Spiegel, taz, konkret, Jungle World, epd Film u.v.a. Zahlreiche Bücher zu Film, populärer Kultur und Politik, u.a.: »Martin Scorsese« (Reihe film: 6); »Quentin Tarantino gegen die Nazis. Alles über INGLOURIOUS BASTERDS«; »Tintin, und wie er die Welt sah. Fast alles über Tim, Struppi, Mühlenhof & den Rest des Universums«; »Sex-Fantasien in der Hightech-Welt« (3 Bände) und »Das zweite Leben des ›Dritten Reichs‹. (Post)nazismus und populäre Kultur« (2 Bände); »Trump. Populismus als Politik«; zusammen mit Markus Metz: »Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität«; »Kapitalistischer (Sur)realismus. Neoliberalismus als Ästhetik«; »Freiheit und Kontrolle. Die Geschichte des nicht zu Ende befreiten Sklaven«; »Hass und Hoffnung. Deutschland, Europa und die Flüchtlinge«.

Pressestimme

  • »Die Autoren untersuchen die Popkultur ebenso wie Volkes Stimme, sie durchforsten die Sprache und die Ökonomie. Sie schreiben von den Rechtsintellektuellen und deren Übernahme linker Argumentations- und Aktionsmuster, von linken Überläufern und den immer schon anwesenden (bösen) Geistern des New Age. Dabei ist ihre eigene Sprache immer direkt und verständlich, aber sehr wohl emotional, manchmal fast gehetzt von dem Vielen, das sie zu sagen haben. Auch wenn das, was da beschrieben wird, kein Spaß ist, macht es Spaß, das zu lesen, und es kann jedem und jeder nur empfohlen werden.» (Werner Rätz)
  • »Es hat in den vergangenen Jahren und Monaten etliche Veröffentlichungen zum Thema gegeben. Einige waren sehr gut, einige wohlfeil, alle meinten es gut. Unter den besseren sticht diese Studie, Analyse, Untersuchung allerdings noch einmal besonders hervor, da Metz und Seeßlen eben nicht nur den soziologischen, historischen und ökonomischen Rahmen der Entwicklungen ins Auge nehmen, sondern eben auch den ästhetischen und damit mythischen und damit letztlich psychischen Raum, in dem und aus dem heraus die neuen Rechtsbewegungen sich legitimieren. [...] Die Autoren weisen explizit schon im Untertitel des Buches darauf hin, dass wir es mit ›Skizzen zu einer Theorie des politischen Kulturwandels‹ zu tun haben. Man muss ihnen für Tiefe und Genauigkeit dieser Skizzen außerordentlichen Dank zollen.« (Lost in Facts and Fiction)

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