Unbekannter Ivens

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Günter Jordan
Unbekannter Ivens
Triumph, Verdammnis, Auferstehung 1948–1989
ca. 700 Seiten, ca. 35 Fotos
Hardcover, 14,8 x 21 cm
Artikelnummer 978-3-86505-407-4
Erscheint im Dezember 2017

Von den großen Dokumentaristen des 20. Jahrhunderts war Joris Ivens (1898–1989) einer der bedeutendsten. Er filmte auf allen fünf Kontinenten, stellte sein Können und seine Kunst in den Dienst jener Sache, die er für sich als die einzig richtige erkannt hatte: die Befreiung des Menschen von kolonialem Joch, von Faschismus, Krieg und Imperialismus. In seinen Filmen zeigte er sich dem Credo seines Freundes Brecht verpflichtet: »Ändere die Welt, sie braucht es.«
Rund zwanzig Jahre lang war Ivens’ Schaffen eng mit der DEFA und der DDR verbunden. Für die DEFA realisierte er fünf internationale Projekte, darunter LIED DER STRÖME (1954), DIE WINDROSE (1956) und, gemeinsam mit dem Schauspieler Gérard Philipe, die erste ostdeutsch-französische Gemeinschaftsproduktion DIE ABENTEUER DES TILL ULENSPIEGEL (1956). Er inspirierte und begleitete das Leipziger Dokumentarfilmfestival von dessen Gründung bis in die späten 1960er Jahre. Er wurde geliebt und gefeiert, zum Professor und zum Ehrendoktor der Leipziger Universität ernannt. Er war Ehrenmitglied des Clubs der Filmschaffenden und des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR sowie Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Bis es zu einem Bruch kam, der nie mehr verheilen sollte. Alles in allem ein heute weithin unbekanntes Kapitel nicht nur seines Lebens, sondern auch der Film- und Kulturgeschichte der DDR, ja der deutschen Geschichte insgesamt.

In seinem Buch entwirft Günter Jordan das Porträt eines faszinierenden Menschen und Künstlers, beschreibt die Produktionsgeschichte seiner DEFA-Filme und untersucht deren Wert und Wirkung. Aus zahlreichen bisher unveröffentlichten bzw. schwer zugänglichen Dokumenten entsteht das Bild eines engagierten Mannes, der in einer zerrissenen Welt Solidarität, Humanität und Freundschaft vorlebte. Zugleich erweist sich Jordans Ivens-Text als ein Diskussionsbeitrag zum Ethos des engagierten Dokumentaristen und wird zu einer Parabel, die weit über die historischen Vorgänge hinaus bis in die Gegenwart reicht.

Der Autor

  • Günter Jordan, Jg. 1941, Studium der Slawistik, Geschichte und Pädagogik, Lehrer, Regiestudium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg, Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme, ab 1992 freier Filmemacher. 1990 Promotion an der Humboldt-Universität Berlin über den frühen DEFA-Dokumentarfilm und die DEFA-Wochenschau DER AUGENZEUGE. Veröffentlichungen in Zeitschriften (Sonntag, Film und Fernsehen, BFF), Close Up (Konstanz), Ivens-Magazin (Nijmegen), in den Jahrbüchern der DEFA-Stiftung (Berlin 2000–2005) und in »Bilder einer gespaltenen Welt« (Berlin 2007); »Alltag des Dokumentarfilms 1946-1950« (Berlin 1987); »Erprobung eines Genres. DEFA-Dokumentarfilme für Kinder 1975-1990« (Remscheid 1991), »›Sie sehen selbst, Sie hören selbst ...‹ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949« (zus. mit Christiane Mückenberger, Marburg 1994), »Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946-1992« (zus. mit Ralf Schenk, Berlin 1996, 2000), »Film in der DDR. Daten Fakten Strukturen« (Potsdam 2009, 2013). »Zu den Anfängen zurück, um weiterzukommen. Die Geburt des neuen DEFA-Dokumentarfilms«, in: Klaus Stanjek (Hg.): »Die Babelsberger Schule des Dokumentarfilms«, Berlin 2012.

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